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Die staatskapitalistische Reproduktion der weiblichen Hausarbeit in der UdSSR

Zweiter Weltkrieg: Frauen arbeiten in Rüstungsbetrieben der Sowjetunion

Wir veröffentlichen hier einen Auszug aus der Broschüre „Der sowjetische Staatskapitalismus und Imperialismus (1917-1991)“ über die Frauenunterdrückung in der UdSSR. Die Broschüre könnt Ihr für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

Die staatskapitalistische Reproduktion der weiblichen Hausarbeit in der UdSSR

Die soziale Revolution muss das kapitalistische Patriarchat für immer vernichten. Die proletarischen Frauen (Lohnarbeiterinnen und Hausfrauen in ArbeiterInnenfamilien) werden noch heute in der Regel von Kapital und Staat stärker ausgebeutet als die männlichen Arbeiter. Auch im modernen Kapitalismus bekommen Arbeiterinnen durchschnittlich weniger Lohn und leisten meist unentgeltlich die Hauptarbeit der biosozialen Reproduktion (Familie und Hausarbeit). Die soziale Revolution muss die Warenproduktion und die Politik aufheben, um das proletarische Elend von Mann und Frau zu beseitigen. Doch um die besondere Ausbeutung der proletarischen Frauen zu beseitigen, muss die soziale Revolution auch die biosoziale Reproduktion stark entindividualisieren und vergesellschaften und gleichmäßig zwischen Männern und Frauen verteilen.
Der sowjetische Staatskapitalismus war selbstverständlich nicht in der Lage die biosoziale Reproduktion zu vergesellschaften und reproduzierte die bürgerliche Familie. Doch der staatskapitalistische Ideologe Leo Trotzki konnte das nicht verstehen, weil für ihn die sowjetische Gesellschaft ein „ArbeiterInnenstaat“ war. Von diesem Dogma trennte er sich nie – ob er nun an der Macht war oder in Opposition zu Stalin stand. Trotzki schrieb über die Vergesellschaftung der biosozialen Reproduktion als er noch nicht entmachtet war: „Der Arbeiterstaat muss erst reicher werden, damit er ernsthaft und wie es sich gehört die öffentliche Erziehung der Kinder und die Entlastung der Familie von Küche und Waschküche in Angriff nehmen kann. Die Vergesellschaftung der Familienwirtschaft ist undenkbar ohne ein gewisses Reicherwerden unserer Wirtschaft als Ganzes. Wir brauchen notwendig die sozialistische Akkumulation“ (Leo Trotzki, Fragen des Alltagslebens. Die Epoche der „Kulturarbeit“ und ihre Aufgaben, Hamburg (C. Hoym Nachf.) 1923, unveränderter Nachdruck: Berlin (West), Verlag Neuer Kurs, 1973, S. 64.)
Die „sozialistische Akkumulation“ konnte auf der Basis der sowjetischen Produktionsverhältnisse nur eine staatskapitalistische sein. Und diese war mit dem revolutionären Programm der Vergesellschaftung der biosozialen Reproduktion unvereinbar. Weiter schrieb Trotzki: „Das Alltagsleben ist viel konservativer als die Wirtschaft, unter anderem auch deshalb, weil es noch wenig bewusst erkannt wird als die letztere. (…) Der Wechsel der Staatsmacht, sogar der Wechsel der ökonomischen Ordnung – der Übergang der Fabriken und Werke in den Besitz der Werktätigen –, das alles übt natürlich seinen Einfluss auf die Familie aus, doch wirkt dieser Einfluss nur von außen her, nur indirekt, ohne unmittelbar die aus der Vergangenheit ererbten Lebensform der Familie zu berühren.“ (Leo Trotzki, Fragen des Alltagslebens, a.a.O., S. 55.)
Die Werke besaßen die Werktätigen nur in der bolschewistischen Ideologie. In der sowjetischen Wirklichkeit befanden sie sich in der Verwaltung der Partei- und Staatsbürokratie. Und diese neue Klassengesellschaft beeinflusste die alte Familie direkt, indem sie sie erhielt und pflegte. Trotzki konnte und wollte nur die endgültige Transformation des Bolschewismus von einer kleinbürgerlich-radikalen zu einer staatskapitalistisch-reaktionären Strömung nicht bis zum Ende mitmachen. Er wurde so zum Ideologen eines idealen „ArbeiterInnenstaates“, den es nur in der marxistischen Ideologieproduktion geben kann, während Stalin zum praktischen Führer des materiell-wirklichen Staatskapitalismus wurde. In der marxistischen Ideologieproduktion ist die Verstaatlichung der Produktionsmittel der erste Schritt zu ihrer Vergesellschaftung, das endgültige Ziel der klassen- und staatenlosen Gesellschaft soll dann nach dem schrittweisen Absterben des Staates erreicht werden. Das ist natürlich reformistischer Unsinn. Der Staat stirbt nicht friedlich ab, er muss militant zerschlagen werden. Auch ist die Verstaatlichung der Produktionsmittel nicht die Aufhebung von deren Kapitalcharakter sondern das staatskapitalistische Eigentum an Produktionsmitteln mit den Partei/StaatsbürokratInnen als AneignerInnen des Mehrwertes.
Doch Trotzkis Gedanken waren nicht nur durch die falsche Einschätzung der sowjetischen Produktionsverhältnisse blockiert. Er forderte dazu auf, mit der Vergesellschaftung der biosozialen Reproduktion schon vor der „sozialistischen Akkumulation“ zu beginnen. Trotzki schrieb: „Obengesagtes bedeutet selbstverständlich durchaus nicht, dass es einen bestimmten Moment in der materiellen Entwicklung gebe, von dem beginnend die Zukunftsfamilie mit einem Schlag in ihre Rechte eintritt. Nein, eine gewisse Bewegung in der Richtung der neuen Familie ist schon jetzt möglich. Zwar kann der Staat weder die öffentliche Erziehung noch die Schaffung öffentlicher Küchen, die besser wären als die Familienküche, noch auch die Schaffung öffentlicher Waschküchen, in denen die Wäsche nicht zerrissen oder gestohlen würde, auf sich nehmen. Das bedeutet aber durchaus noch nicht, dass die fortschrittlichsten und die meisten Initiative besitzenden Familien sich nicht schon heute auf kollektiver wirtschaftlicher Grundlage gruppieren könnten.“ (Leo Trotzki, Fragen des Alltagslebens, a.a.O., S. 65.)
Doch Trotzkis Theorie der Vergesellschaftung der biosozialen Reproduktion in der UdSSR stellte selbst die marxistische Ideologie vom schrittweisen Absterben des Staates auf den Kopf. Die sowjetischen ArbeiterInnen und BäuerInnen sollten nach der Ideologie Trotzkis die biosoziale Reproduktion vergesellschaften, bevor der Staat reich genug wäre, um ihn zu verstaatlichen. Nachdem dann der „ArbeiterInnenstaat“ nach und nach absterben würde, würde die verstaatlichte biosoziale Reproduktion wieder in den vergesellschafteten Zustand zurückkehren. Das war natürlich ideologischer Blödsinn. Denn wenn die Menschen selbständig zur Vergesellschaftung der biosozialen Reproduktion übergehen würden – zuerst auf niedriger technologischer Grundlage –, würden sie dann, wenn die Technologie höher entwickelt wäre, die „Vergesellschaftung“ der biosozialen Reproduktion wieder StaatsbürokratInnen überlassen?! Eben deshalb konnte die „stalinistische“ Bürokratie Trotzkis famose Vergesellschaftung der biosozialen Reproduktion als Zwischenstufe zu deren Verstaatlichung und dann abermaliger Vergesellschaftung nicht zulassen.
Es fällt zweierlei auf: Erstens vermischt hier Trotzki die Verstaatlichung der biosozialen Reproduktion mit deren Vergesellschaftung. Aber Verstaatlichung kann auch hier nur heißen: Verwaltung durch die Bürokratie. Jedes selbstbewusste Individuum wird sich dagegen wehren. Der Staats- „Kommunismus“ stärkte also den kleinbürgerlichen Individualismus, weil er nur Zwangsorganisation anbieten konnte, und keine Vergesellschaftung die auf kollektiver Selbstorganisation der Individuen beruhte. Trotzki verwischte in seiner ganzen politischen Praxis diesen Zusammenhang. Ja, er forderte zur Vergesellschaftung als Vorstufe zur staatlichen Verwaltung auf, und zwar so lange bis der Staat „reich genug“ sein würde. Zweitens ist es in einem Land des totalen Staates, in welches sich die Sowjetunion mit seiner aktiven Mithilfe entwickelte, unmöglich kollektive Initiative zu entfalten, die nicht das System in Frage stellen würde. Und das System der verstaatlichten Produktionsmittel in Frage stellen wollte und konnte Trotzki auch in seiner „antistalinistischen Opposition“ nicht. Seine Ansichten standen auch in dieser Frage im Gegensatz zur gesellschaftlichen Wirklichkeit.
Aber in der UdSSR blieb nicht nur die Vergesellschaftung der biosozialen Reproduktion Utopie, sondern auch deren Verstaatlichung. Es war für den sowjetischen Staatskapitalismus billiger, die unbezahlte weibliche Hausarbeit zu reproduzieren. Die Verstaatlichung der biosozialen Reproduktion war aus der Sicht der vorwiegend männlichen Bürokratie rausgeschmissenes Geld. So wurden nach Einführung der NEP – der Förderung kleinbürgerlicher und privatkapitalistischer Tendenzen innerhalb des Staatskapitalismus – die Gelder für öffentliche Arbeiten, die auch im Privathaushalt erledigt werden konnten, zusammengestrichen.
Das Patriarchat stärkt die Ausbeutung von Lohnarbeit. Der männliche Lohnsklave reproduziert durch die Versklavung „seiner Frau“ seine Arbeitskraft. Zu Hause soll er sich erholen, damit er fit für die Lohnarbeit ist. Der sowjetische Staat beruhte auf Lohnarbeit, also konnte und wollte er das Patriarchat nicht überwinden. Und die männlichen Lohnsklaven? Sie profitierten innerhalb der staatskapitalistischen Ausbeutung von der Frauenunterdrückung. Auf gesellschaftliche Privilegien verzichtet keiner gern, besonders nicht, wenn er keine Möglichkeit sieht, der eigenen Ausbeutung zu entkommen. So wurde die sowjetische Arbeiterin das Lasttier der Gesellschaft. Sie wurde in der Produktion und „zu Hause“ ausgebeutet, aber dafür am internationalen Frauentag, am 8. März, gefeiert.
Der Tagesspiegel vom 9.3. 1979 schrieb über den Frauentag in der UdSSR: „Für die Sowjetfrauen war der gestrige Donnerstag ein Feiertag. Zum Gedenken an den internationalen Frauentag fielen Arbeiten wie Putzen, Backen, Kochen und Kinderhüten flach. Die Männer schenkten Blumen und Schokolade. Und auch die Kreml-Prominenz stand nicht zurück: Präsident Breschnew und Ministerpräsident Kossygin schickten Telegramme an die Frauen, um ihnen für ,ihren Beitrag zur Stärkung der internationalistischen Solidarität´ und ihre Arbeit für Frieden und Entspannung zu danken. Heute ist allerdings wieder alles beim alten. Denn in der sowjetischen Gesellschaft wird es als unmännlich angesehen, im Haushalt auszuhelfen oder dem Baby die Windeln zu wechseln. Aus einer offiziellen Studie geht hervor, dass die russischen Männer nur drei Prozent der Einkäufe für den Haushalt erledigen, sieben Prozent des Kochens, 17 Prozent des Geschirrspülens und nur zwei Prozent des Waschens und Bügelns. In einer kürzlichen Ausgabe des Handelsblattes ,Journalist´ verurteilte der prominente sowjetischer Wirtschaftswissenschaftler Perewedentsow die gegenwärtige Situation, in der die Frauen in der UdSSR gleiche Rechte, aber ungleiche Lasten zu tragen hätten. ,Die überwiegende Mehrheit der Frauen hat buchstäblich zwei Arbeitsschichten pro Tag – sieben bis acht Stunden im Produktionsprozess und vier bis sechs Stunden zu Hause´, stellt er fest.“
Die offizielle staatskapitalistische Ideologieproduktion verschleierte selbstverständlich diese Tatsachen. Ein DDR-Buch drückte das Glück der Arbeiterin durch den „sozialistischen“ sowjetischen Staat ausgebeutet zu werden, so aus: „Im ersten sozialistischen Staat wuchs erstmals eine neue Generation von Frauen, für die die Arbeit nicht mehr Plackerei, Makel oder Strafe bedeutete, sondern eine ehrenvolle Pflicht und eine beglückende Aufgabe.“ (Kleine Enzyklopädie: Die Frau, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1974, S. 225.)
Auch der orthodoxe Trotzkismus stellt eine Schule der staatskapitalistischen Ideologieproduktion dar, welcher nicht die staatskapitalistischen Produktionsverhältnisse als solche kritisiert, sondern lediglich „die bürokratische Entartung des ArbeiterInnenstaates“. Auch die trotzkistische Feministin Alix Holt bleibt in ihrer Schrift Die Bolschewiki und die Frauenunterdrückung (in: Annik Mahaim, Alix Holt, Jacqueline Heinen, Frauen und Arbeiterbewegung, isp-Verlag, Frankfurt/Main 1984, S. 87-126) in diesem ideologischem Gehäuse gefangen.
So schrieb sie über die Reproduktion der kleinfamiliären Hausarbeit der Frauen in der UdSSR: „In der Zeit des Bürgerkriegs eröffnete die Regierung in den Städten Kantinen als einzige Möglichkeit, die Hortung von Vorräten zu verhindern und die Verbreitung des Hungers einzudämmen. In Moskau und Petrograd aßen mehr als 80 % der Bevölkerung in gemeinschaftlichen Speisesälen. Die Kantinenkost war jedoch nicht gut genug, um die Leute auch dann anzulocken, als sich das Angebot in den Läden verbesserte. Nach 1921 wurden mit der Einführung der NEP die Kantinen aufgegeben, die meisten wurden geschlossen.
Die Fortschritte in der Abschaffung der Hausarbeit hingen von den verfügbaren materiellen Ressourcen und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes ab; während der zwanziger Jahre war das Land zu arm, um den Frauen die wirtschaftliche Unabhängigkeit zuzugestehen und Geld in Kantinen und andere Gemeinschaftseinrichtungen zu stecken. Hausarbeit blieb private, unbezahlte Arbeit. Auch die Kinderpflege ruhte hauptsächlich auf der kostenlosen Arbeit der Frauen in der Familie, 1928/29 gab es erst 194.386 Krippenplätze. (…)
Der wirtschaftliche Faktor ist natürlich äußerst wichtig; das Elend des Landes beschränkte die Möglichkeit einer Veränderung der Lage der Frauen. Aber die Einschränkungen durch die wirtschaftlichen Zwänge ließen doch einen Spielraum. Die politische Ausrichtung war nicht mechanisch durch die wirtschaftlichen Bedingungen vorgegeben. Sie war bewusst gewählt, da man sie für geeigneter hielt als andere Alternativen. Die politische Linie der zwanziger Jahre hatte die Tendenz, die Bedürfnisse der Frauen nicht zu berücksichtigen.
Das Land war arm, doch es ermöglichte eine Ausbildung der Arbeiter, Wohnungsbau und Städteplanung. Für die Veränderung der Lebensweise wurde kein Geld ausgegeben. Die Verteilung der verfügbaren Mittel wurde politisch entschieden. Die Krippen, Kantinen usw. hatten ständigen Geldmangel, weil man dachte, es würde anderswo besser genutzt. Man muss sich über die ,objektive Notwendigkeit´ dieser Entscheidungen zumindest Fragen stellen.“ (Alix Holt, Die Bolschewiki und die Frauenunterdrückung, in: Frauen und Arbeiterbewegung, a.a.O., S. 98-100.)
Die Trotzkistin Alix Holt stellte die richtige Fragen, konnte sie aber gefangen in der trotzkistischen Ideologie vom „bürokratisch entartetem ArbeiterInnenstaat“ nicht bis zum Ende klar beantworten.
Wirtschaftspolitik war im Staatskapitalismus wie im Privatkapitalismus von den objektiven Gesetzen der Kapitalvermehrung und den subjektiven Interessen der herrschenden kapitalistischen Klasse abhängig, welche den vom Proletariat produzierten Mehrwert abschöpfte. In der UdSSR war die herrschende kapitalistische Klasse die sowjetische Partei/Staatsbürokratie, welche die Produktionsmittel zwar nicht juristisch besaß, aber faktisch-praktisch über sie verfügte und auch reichlich den Mehrwert zum persönlichen Genuss abschöpfte.
Die „richtige“ Wirtschaftspolitik war also auch in der Sowjetunion das, was den Staat und damit auch die herrschende Partei/Staatsbürokratie reicher machte. So war es aus der Sicht der Herrschenden „richtig“ die Produktion von Rüstungsgütern für den Kalten Krieg mit dem Privatkapitalismus, von Produktionsmitteln und Luxusgüter für die Bonzen auf Kosten des Konsums der sowjetischen ArbeiterInnen hochzufahren. Und es war aus dieser Sicht auch die „richtige“, weil billigere, Wirtschaftspolitik die biosoziale Reproduktion nicht zu verstaatlichen, sondern weiterhin wie im Privatkapitalismus unbezahlt von den Frauen in den Familien verrichten zu lassen. Nicht weil der „ArbeitersInnentaat“ zu arm war, beutete er die Hausarbeit der Frauen aus, sondern weil er dadurch reicher wurde. Denn die Verstaatlichung der biosozialen Reproduktion hätte eine Abzug vom Mehrwert bedeutet.
Die staatlichen Kantinen mit ihrem schlechten Essen und bürokratischer Kontrolle während des „Kriegskommunismus“ waren auch ganz bestimmt nicht das, was sich SozialrevolutionärInnen unter Vergesellschaftung der biosozialen Reproduktion vorstellen. Weil aber in der Ideologieproduktion der Bolschewiki diese begrenzte Verstaatlichung der biosozialen Reproduktion als der erste Schritt zu deren Vergesellschaftung war, musste natürlich die Reproduktion der privaten Hausarbeit als „Frauenarbeit“ als ein „Rückschritt“ erscheinen. In Wirklichkeit wäre ohne diesem „Rückschritt“ der auch von TrotzkistInnen gefeierte „Fortschritt“ der forcierten ursprünglichen Industrialisierung der 1930er Jahre kaum vorstellbar gewesen. Denn dieser sozialreaktionäre technologische „Fortschritt“ beruhte wie im Privatkapitalismus auf der brutalsten Ausbeutung der Lohn- und Hausarbeit.
Noch mal in aller Deutlichkeit: Das Fallenlassen der Verstaatlichung der biosozialen Reproduktion durch die Bolschewiki war eine Anpassung ihrer Familienpolitik an die praktisch-materielle staatskapitalistische Warenproduktion. Die halbherzige trotzkistisch-feministische Kritik am sowjetischen Patriarchat konfrontiert idealistisch den realen Staatskapitalismus in der UdSSR mit den alten staatskapitalistischen Idealen vom „ArbeiterInnenstaat“. Auf diese Weise ist eine materialistische Analyse des sowjetischen Patriarchats jedoch nicht zu leisten.

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